Ziele

Ziele des Bürgerbegehrens Radentscheid Rosenheim

Sind Sie dafür, dass die Stadt Rosenheim die unten formulierten sechs Ziele für einen sicheren und attraktiven Radverkehr vorrangig verfolgt, gegebenenfalls durch Umwidmung von Kfz-Verkehrsflächen, in der Regel jedoch nicht zu Lasten von Fußverkehr, öffentlichem Personennahverkehr und geschützten Bäumen?

Ziel 1_Sicheres Radfahren auf allen Straßen und Wegen

Ziel 2_Lückenloses Radverkehrsnetz 

Ziel 3_Radverkehrsanlagen in hoher Qualität

Ziel 4_Verbesserungen an Kreuzungen und Ampelanlagen

Ziel 5_Ausbau attraktiver Fahrradabstellmöglichkeiten

Ziel 6_Zügige und effiziente Planung und Umsetzung

Begründung

Ziel 1_Sicheres Radfahren auf allen Straßen und Wegen
Auf allen innerörtlichen Straßen und Wegen Rosenheims soll sicheres Radfahren für alle Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden. Entscheidend sind gute Sichtbarkeit der Radfahrenden und genügend Abstand zum Kfz-Verkehr. Hauptverkehrsstraßen und bestehende Radverkehrsanlagen sollen überprüft und gemäß den nachfolgenden Zielen umgestaltet werden. Für die Ortsdurchfahrt B15 gelten diese Ziele, sobald die Stadt die Straßenbaulast übernimmt.

Ziel 2_Lückenloses Radverkehrsnetz
Die Stadt Rosenheim (»Stadt«) soll ein lückenloses Radverkehrsnetz errichten, das alle Stadtteile mit Einrichtungen des öffentlichen Lebens verbindet, wie z.B. Bahnhöfen, Schulen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Dazu sollen an Hauptverkehrsstraßen entlang der bebauten Bereiche optisch hervorgehobene, geschützte Radverkehrsanlagen angelegt werden. Das Netz soll durchgängig verknüpft werden mit Fahrradrouten auf Nebenstraßen, Fahrradstraßen und separat geführten Radwegen, z.B. entlang von Flüssen oder Bahnstrecken.

Ziel 3_Radverkehrsanlagen in hoher Qualität
Radverkehrsanlagen sollen vorzugsweise als Radfahrstreifen mit 2,25 m Breite angelegt werden. Schutzstreifen kommen nur zum Einsatz, wenn erstere nicht umgesetzt werden können, und sollen 1,85 m breit sein. Zum ruhenden Kfz-Verkehr sollen Sicherheitstrennstreifen von 0,75 m vorgesehen werden. Die Planung soll ansonsten nach einschlägigen Regelwerken, insbesondere nach den »Empfehlungen für Radverkehrsanlagen « (© 2010 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V.), erfolgen. Sind bei Erhalt einer Kfz-Fahrspur je Richtung keine Radverkehrsanlagen möglich, so sind alternative Lösungen zu finden. Alle Anlagen sollen mit erschütterungsarmem Belag und Beleuchtung ausgestattet und so gestaltet werden, dass unzulässiges Befahren durch Kraftfahrzeuge unterbleibt.

Ziel 4_Verbesserungen an Kreuzungen und Ampelanlagen
Radverkehrsanlagen sollen an Ampeln so ausgebaut werden, dass ausreichend Aufstellfläche zur Verfügung steht und eine gemeinsame Signalisierung mit dem Fußverkehr vermieden werden kann. Alle Kreuzungen und Einfahrten sollen so beschaffen sein, dass Radfahrende gut wahrgenommen werden und sicher direkt links abbiegen können.

Ziel 5_Ausbau attraktiver Fahrradabstellmöglichkeiten
Die Stadt soll im gesamten Stadtgebiet 1000 neue Fahrradstellplätze einrichten (ohne neues Fahrradhaus am Südtiroler Platz). Die Hälfte aller Stellplätze soll überdacht werden, an den Zugangsbereichen des Bahnhofs gilt dies für sämtliche Abstellanlagen.

Ziel 6_Zügige und effiziente Planung und Umsetzung
Die Stadt schafft die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen dafür, dass alle Ziele zeitnah umgesetzt werden können. Sie beruft einen Fahrradbeirat, der mit ADFC, VCD und Vertreter*innen des Radentscheids besetzt ist und bei Vorhaben, die den Radverkehr betreffen, frühzeitig beteiligt wird. Sie beantragt die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. und strebt eine entsprechende Auszeichnung an.

Begründung:
Die Stadt Rosenheim unternimmt aus unserer Sicht zu wenig für die Sicherheit und die Förderung des Radverkehrs. Die Umsetzung der obenstehenden Ziele ist gut für die Entwicklung Rosenheims, weil:

… dadurch mehr Sicherheit entsteht, sodass stressfreies und bequemes Radfahren für alle möglich wird und insbesondere Kinder, Senior*innen und unsichere Radfahrende geschützt werden;

… das Fahrrad ein flächeneffizientes Verkehrsmittel ist, das den knappen öffentlichen Raum in einer wachsenden Stadt entlastet, die Aufenthaltsqualität steigert und Rosenheim damit lebenswerter macht;

… dadurch einem größeren Kreis von Menschen ermöglicht wird, Fahrrad zu fahren und dies dazu beiträgt, Luftverschmutzung und Lärm zu reduzieren, die Gesundheit aller zu fördern und dem Klimawandel entgegen zu wirken.